Wir standen auf der Terrazza del Pincio. Es waren nur noch wenige Minuten bis Mitternacht. Doch unter uns ruhte die ewige Stadt unbeeindruckt von den Flausen der Zeit. In erhabenem Gleichmut ertrug sie die Menschen, die in furchtsam behüteter Zuversicht das neue Jahr zu begrüßen versuchten. Nervöse Heiterkeit rauschte aus dunklen Häuserschluchten zu uns hoch, gemischt mit Straßenlärm und Geschrei – nichts erschütterte den uralten Stein.
Zu unseren Füßen erstreckte sich die Piazza del Popolo. Hier wie auf den anderen Plätzen explodierten die Böller seit den frühen Abendstunden – es war, als versuche man einen Tempel zu entweihen, indem man ihm Zigarettenstummel vors Portal schnipst.